Der Auftrag eines indigenen Volkes
„Wenn Ihr kommt um uns zu helfen, vergeudet Ihr Eure Zeit.
Wenn Ihr kommt, weil Ihr wisst, dass Eure Befreiung mit unserer zusammenhängt, dann lasst uns zusammenarbeiten.”
Lilla Watson, Älteste der Aborigines, Australien
Die Achuar, ein indigenes Volk der Amazonasregion, leben als eines der abgeschiedensten Völker der Erde auf über 800.000 Hektar unberührtem tropischen Regenwald in Ecuador und Peru. Bis heute pflegt der Stamm eine sogenannte Traumkultur. Ihren Träumen schenken die Achuar sehr viel Bedeutung und sie beinflussen maßgeblich ihre Entscheidungen.
Mitte der 1980er Jahre hatten mehrere Älteste beunruhigende Träume und wandten sich damit an Entwicklungshelfer, die in ihrer Region tätig waren. Es stellte sich heraus, dass die Regierung von Ecuador gerade im Begriff war, ein großes Ölfeld, das sich im Gebiet der Achuar befand, an internationale Konzerne zu verkaufen – ein Schritt, der wohl den Lebensraum der Achuar vernichtet hätte. Der Verkauf des Ölfeldes konnte noch rechtzeitig gestoppt werden.
Die Achuar beschlossen, der modernen Welt, die sie zu zerstören drohte, die Hand zu reichen. Mit der überraschenden Botschaft, dass die Völker der westlichen Welt sich in einem „schlechten Traum“ befinden würden, wandten sie sich wiederum an ihre Freunde aus der modernen Welt. Es sei an der Zeit, aufzuwachen und den Traum des Nordens zu ändern.
Die Pachamama Alliance aus Angehörigen indigener Kulturen und westlich geprägter Völker mit ihrer Initiative „Awakening the Dreamer, Changing the Dream“ war geboren.
Die Partner aus beiden Welten waren sich einig, dass weder der westliche, noch der indigene Ansatz für sich alleine ausreichen, um die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern.
Nur das stimmige Miteinander von Adler, dem Symbol für westliche Wissenschaft, Technik und Kreativität, und Kondor, der für das Natur- und Gesellschaftsverständnis und die Spiritualität der indigenen Völker steht, werden unsere Gesellschaft auf lange Sicht weiter bringen.
